Schneesturmtief ELLI erwartet

Nachdem seit Weihnachten in Deutschland mit Tiefdruckgebieten, die über Skandinavien südwärts gelenkt wurden, bereits hier und da Schneeflocken vom Himmel fielen und nicht nur in den Alpen sondern auch in einigen Mittelgebirgsregionen sowie ganz vereinzelt im Norddeutschen Tiefland liegen blieben, hat uns der Winter mit Jahresbeginn voll im Griff.

Zunächst sorgte das Tiefdruckgebiet „Tizian“ dafür, dass bis zum Morgen des 03.01.2026 der überwiegende Teil Deutschlands eine Schneedecke aufwies, 1 bis 5 cm hoch im Nordosten, 3 bis 10 cm in den meisten tiefer gelegenen Regionen, wobei zwischen Hamburg und Bremen durchaus bis knapp 20 cm gemessen wurden. Über 20 cm wiesen teils die Mittelgebirge auf: 29 cm auf dem Kahlen Asten im Sauerland, 21 cm auf dem Brocken im Harz, 45 cm sogar in dem südöstlich des Gipfels tiefer gelegenen Wernigerode-Schierke, 30 cm auf dem Fichtelberg im Erzgebirge.

Ausschnitt aus der Bodenwetterkarte, 02.01.2026, 00 UTC
(Quelle: Berliner Wetterkarte e.V.)
Schneehöhe, gemessen am 03.01.2026, 06 UTC (Quelle: MeteoIQ GmbH)

Mit der anschließenden Auflösung der bis dato blockierenden Hochdrucklage vor der Westküste Europas konnten weitere Tiefdruckgebiete zunächst über die Nordsee („Anneke“, „Birte“), inzwischen aber wieder direkt über den Nordatlantik, („Constanze“) auch bis nach Deutschland gelangen und bei zunehmendem Frost mit Tiefstwerten der Temperatur unter -10°C und mit Schneefällen für eine Fortsetzung des Winterwetters sorgen.

Tiefsttemperatur, 07.01.2026, 06 UTC (Quelle: MeteoIQ GmbH)

So bewegen sich die Schneehöhen am Morgen des 08.01.2026 in Deutschland meist zwischen 5 cm und 20 cm. Mal abgesehen vom Alpenraum weisen die Hochlagen von Sauerland, Harz und Erzgebirge mehr als 30 cm auf, doch liegt gerade im Norddeutschen Tiefland, in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, außergewöhnlich viel Schnee im Vergleich zum Durchschnitt der letzten Jahre, 30 cm z.B. in Eggebek an der Treene.

Schneehöhe, gemessen am 08.01.2026, 00 UTC (Quelle: MeteoIQ GmbH)

Mit dem für Freitag, den 09.01.2026, erwarteten Sturmtief „Elli“ (international „Goretti“), das am 08.01.2026 um 00 UTC noch als fast unscheinbares Wellentief westlich der Britischen Inseln lag, wird sich die Schneelage vor allem im Norden und Nordosten weiter verschärfen, während für den Südwesten vorübergehend mit Tauwetter und gefährlichem Glatteis gerechnet werden muss.

Bodenwetterkarte, 08.01.2026, 00 UTC (Quelle: Berliner Wetterkarte e.V.)

Neben teils anhaltenden Niederschlägen werden mit dem für Freitagmittag über der Mitte Europas erwarteten und dann sich nur noch langsam weiter verlagernden Tiefdruckwirbels „Elli“ auch stürmische Windböen erwartet, sodass nicht nur Schneefall und eine sich dadurch weiter erhöhende Schneedecke sondern auch Schneeverwehungen für Verkehrsbehinderungen sorgen können.

Vorhersagekarte, ICON-Modell des DWD, vom 08.01.2026, 00 UTC , für 09.01.2026, 12 UTC,
Namen Aktion Wetterpate (Quelle: www.wetterpate.de)

Die Niederschläge auf der Tiefvorderseite werden bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt als Schnee fallen (Wetterschlüssel ww 71 bis 73) , südlich des Tiefs aber wird Milderung für Temperaturen über dem Gefrierpunkt sorgen, sodass hier Regen (Wetterschlüssel ww 61 bis 63) fallen wird, der im Übergangsbereich auch gefrierend (Wetterschlüssel ww 67 bis 68) sein kann, d.h. mit Glatteisbildung einhergeht.

ICON-D2-Modellvorhersage für die Wettererscheinung vom 08.01.2026, 12 UTC, für 09.01.2026, 06 UTC
(hellblau: Schneefall, hellgrün: Regen, rot: gefrierender Regen)
(Quelle: MeteoIQ GmbH)

Bis zum Abend errechnet das ICON-D2-Modell von der Nordsee bis nach Brandenburg Schneezuwächse von mehr als 10 cm.

ICON-D2-Modellvorhersage der Schneehöhe in cm vom 08.01.2026, 12 UTC, für 09.01.2026, 18 UTC
(Quelle: MeteoIQ GmbH)

Die Stärke der vorhergesagten maximalen Windgeschwindigkeiten wird mit 8 bis 9 Beaufort (mindestens 17,2 m/s) entlang der Nord- und Ostseeküste angegeben, über der Nordsee wird auch Stärke 10 Beaufort prognostiziert.

ICON-D2-Modellvorhersage der maximalen Windböen in m/s
vom 08.01.2026, 12 UTC, für 09.01.2026, 12 UTC , 8 Beaufort = 17,2 m/s bis 20,7 m/s
(Quelle: MeteoIQ GmbH)

Der auf der Nordseite des Tiefdruckwirbels „Elli“ aus Osten wehende Wind führt an der Ostsee nach den Vorhersagen zu einer Sturmflut, genauer gesagt zu einem Sturmhochwasser, da an der Ostsee kaum Tidenhub besteht. Der Sturmflutwarndienst des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie gibt entsprechende Warnungen heraus.

Sturmflutwarnung und Wasserstandsvorhersagen für die Kieler Bucht (Quelle: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie)

Die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes für Freitag, den 09.01.2026, betreffen nahezu ganz Deutschland, wobei die Palette der Wettererscheinungen, vor denen gewarnt wird, sehr breit ist. So wird vor Schneeverwehungen, Schneefall, Sturmböen, Frost, Glätte durch gefrierenden Regen in unterschiedlicher Intensität gewarnt.

Warnungen des Deutschen Wetterdienstes für den 09.01.2026 (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

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