Der aus meteorologischer Sicht am 01.12.2025 begonnene Winter 2025/2026 brachte im Dezember nur an einigen Tagen in Deutschland in den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen Schnee.
Mit Beginn des Januar aber kam es in Deutschland immer wieder zu Schneefällen, die bei Wintersportfans zwar Begeisterung auslösten, den Verkehr auf Straße, Schiene oder in der Luft aber teils enorm behinderten.
Darüberhinaus kam es im diesjährigen Winter im Vergleich zu den vergangenen Jahren außergewöhnlich häufig zu gefrierendem Regen, der mit Glatteis noch stärker das Fortkommen auch auf Gehwegen behinderte bzw. durch die ausgeprägte Rutschgefahr zu vielen Unfällen von Fußgängerinnen und Fußgängern führte. Allein in Berlin stieg die Zahl der eine ärztliche Behandlung erfordernden Glätteunfälle zeitweise auf das Sechsfache relativ zum Durchschnitt des Vergleichszeitraums.
Vor allem in der ersten Monatshälfte des Januar waren es noch Tiefdruckgebiete, die mit ihren Zentren oder zumindest mit ihren Ausläufern Deutschland teils vollständig überquerten und im Wechselspiel zwischen Warm- und Kaltluft Niederschlag in Form von Schnee oder Regen mit sich brachten.
Ab der letzten Januarwoche dagegen kamen die vom Nordatlantik mit der Westwinddrift ostwärts ziehenden Tiefdruckgebiete meist gar nicht mehr über Deutschland hinweg. Eine blockierende Hochdrucklage, bei der sich kalte und damit im Vergleich zur warmen Luft deutlich schwerere Luft in den unteren Schichten der Atmosphäre über dem Nordosten Deutschlands ansammelte, verhinderte das Vorankommen der Tiefdruckgebiete von Westen her. Die mit diesen herangelenkte mildere Luft wurde zum Aufsteigen auf den Kaltluft“berg“ gezwungen, sodass es an der Luftmassengrenze zu Niederschlag kam, der auf der kalten Seite als Schnee, in Richtung der milden Seite zunehmend als Regen fiel und auf gefrorenem Boden sofort zu Glatteis führte.
Chronik der Glätte
Das Jahr begann mit einem Kaltluftvorstoß aus dem Norden, gleichzeitig brachte das von Jan Mayen zur Ostsee ziehende Tiefdruckgebiet „Tizian“ Schneefälle mit sich, erst nur ins Erzgebirge, im Verlauf auch in die Mitte und den Norden Deutschlands bis am 03.01.2026 nahezu überall im Land Schnee lag. In Hamburg führte anhaltender Schneefall zur Einstellung des Flugverkehrs. Der gleichzeitig rund um das Tief in Böen mit Sturm- bis Orkanstärke wehende Wind verschärfte durch Schneeverwehungen die Situation noch.

(Quelle: Berliner Wetterkarte e.V.)
Die Norddeutsche Tiefebene blieb auch weiterhin im Fokus des Schnees, ein kleiner aber intensiver Tiefdruckwirbel („Anneke“) sorgte hier am 04.01.2026 für weiteren Schneezuwachs mit teils mehr als 10 cm Neuschnee.




In Berlin-Dahlem z.B. war der 04.01.2026 auch der Tag mit der höchsten Schneedecke in diesem Jahr, auf 11 cm brachte Tief „Anneke“ bis zum Morgen die am Tag zuvor nur 1 cm hohe Schneedecke, ein Wert, wie er hier im Januar zuletzt am 01.01.2011 mit 32 cm überschritten wurde. Dieses ist auch gleichzeitig der bisherige Rekord an der Station in einem Januar. Im Februar war es zuletzt der 14.02.2025, als 14 cm in Dahlem lagen. Der Rekord für den letzte Wintermonat liegt lange zurück, am 16.02.1940 wurde im Südwesten Berlins eine Gesamtschneehöhe von 44 cm gemessen, 2026 lag der Schnee zum Messtermin am Morgen in Berlin-Dahlem im Februar nicht höher als 3 cm.

Im schleswig-holsteinischen Eggebek dagegen waren die 15 cm am 04.01.2026 erst der Auftakt zu einer Schneeperiode, die vier Tage später mit einer 30 cm hohen Schneedecke nach dem Durchzug des Schneetiefs „Elli“ ihren Höhepunkt hatte. Mehr als das Doppelte aber brachte hier der legendäre Schneewinter 1978/1979, ein Spitzenwert von 61 cm meldete damals die Station Eggebek.

Neuschnee brachte nach Tief „Anneke“ das nächste kleine von der Nordsee südwärts ziehende Tief, wobei sich die Ausläufer von „Birte“ am 06.01.2026 von Rügen bis zur Biskaya ausdehnten und dabei vor allem den Norden, Westen und Süden Deutschlands betrafen. Auch das von der Südspitze Grönlands über die Britischen Inseln bis zum 08.01.2026 nach Deutschland gelangende Tief „Constanze“ sparte die Gebiete östlich der Elbe weitgehend vom Niederschlag aus. In Nordseeküstennähe aber kamen Neuschneemengen über 10 cm zusammen, was zu insgesamt Schneehöhen bis 20 cm in der Region führte.
Enormen Schwung in das winterliche Wettergeschehen brachte das Schneesturmtief „Elli“. Wie erwartet lag sein Zentrum am 09.01.2026 mittags über Deutschland.

(Quelle: Berliner Wetterkarte e.V.)
Die Folge waren anhaltende Schneefälle an der Vorderseite des Tiefs, dort wo die von Süden nordwärts gelenkte Warmluft auf die im Nordosten liegende Kaltluft traf. Im Bereich dieser Luftmassengrenze wurden am Morgen des 10.01.2026 die im Norddeutschen Tiefland höchsten im Januar gemessenen Schneehöhen verzeichnet.

Vereinzelt gab es neue Rekordwerte, wie z.B. in Hannover-Herrenhausen, wo 35 cm der Spitzenwert in der seit 1979 bestehenden Messreihe ist. Im Januar war es dort bis dato der 10.01.1985 mit 23 cm, bzw. insgesamt der 09.02.2021 mit 29 cm, die die Spitzenwerte anführten. Dabei sind bei allen Messwerten immer auch die Niederschlagsmenge und die Windgeschwindigkeiten, die unter Umständen verantwortlich für Verwehungen sind, zu betrachten, um den Wert einschätzen zu können.

So wird der im Norddeutschen Tiefland am 10.01.2026 um 06 UTC erfasste Wert von 53 cm, gemessen in Hamburg-Fuhlsbüttel angezweifelt, da gleichzeitig kaum1 mm Niederschlag gefallen ist. Schneeverwehungen können hier bei Windgeschwindigkeiten in der Spitze über 15 m/s eine Rolle spielen. Nichtsdestotrotz legten die Schneefälle den Bahnverkehr im Großraum Hamburg und in Niedersachsen lahm.

09. bis 10.01.2026 (Quelle: MeteoIQ GmbH)
Behinderungen gab es auch am südlichen Rand der Luftmassengrenze, wo Regen auf gefrorenen Boden fiel und sich damit bereits im Verlauf des 09.01.2026 Glatteis entwickelte.

Mit Glatteis ging es mit Aufzug des Tiefdruckgebietes „Gunda“ am 12.01.2026 weiter. Im Übergangsbereich zwischen Frostluft im Osten und frostfreier Luft von Westen her waren von Nord nach Süd nahezu alle Bundesländer bei der Verlagerung des Tiefs von Frankreich her ostwärts betroffen.

(Quelle: Berliner Wetterkarte e.V.)

Im Anschluss herrschte in Deutschland über die Mitte des Monats Januar hinweg bis zum Beginn der letzten Dekade am Tag kein Frost mehr. Bei leichtem Frost in der Nacht zum Ende dieser Periode blieb es am Rande des kräftigen, über Osteuropa liegenden Hochdruckgebietes „Christian“ aber trocken, sodass Schnee und gefrierender Regen vorerst kein Thema waren.

(Quelle: MeteoIQ GmbH)
Unter Einfluss eines sich von Russland westwärts schiebendes Hochs baute sich erneut eine markante Luftmassengrenze über Deutschland mit kalter Luft im Nordosten und milder Luft im Südwesten auf. Die trockene Periode beendete das Tief „Kirstin“ mit Regen, der beim Auftreffen auf die Kaltluft zunächst im Emsland am 23.01.2026 für Glatteis sorgte.
Die Situation verschärfte sich mit dem nachfolgenden Tiefdrucksystem „Leonie“, das ab dem 24. lokal, ab dem 26.01.2026 Deutschland nahezu flächendeckend wiederum mit Schnee als auch Regen und Sprühregen mit Glatteisbildung „versorgte“, wodurch es auf zahlreichen Autobahnen aber auch bei der Bahn zu Problemen kam. Berlin z.B. meldete vereiste Weichen bei der S-Bahn, bei der Straßenbahn waren es vereiste Oberleitungen, die diese öffentlichen Verkehrsmittel beeinträchtigten. In der Stadt gab es tagelang Diskussionen um die Beseitigung vor allem spiegelglatter Fußwege.



(Foto: Petra Gebauer)

In der Folge kam bis in die ersten Februartage hinein kein Tiefdruckgebiet gegen die stabile Luftmassengrenze an, die sich durch die Ausbildung des Hochdruckgebiets „Daniel“, das an seiner Südflanke weiterhin Kaltluft vom Asiatischen Kontinent nach Westen lenkte, hartnäckig über Deutschland hielt. Die Tiefs „Norma“, „Opika“, „Patricia“, „Querida“ und „Romina“ fanden mit ihren Ausläufern keinen Weg, milde Luft bis in den Nordosten Deutschlands zu lenken. Dabei stand am 04.02.2026 z.B. der Tageshöchsttemperatur von -6,2°C in Feldberg/Mecklenburg ein frühlingshaftes Maximum von 12,7°C in Bochum und Duisburg-Baerl gegenüber.

(Quelle: Berliner Wetterkarte e.V.)
Beim Aufgleiten der Warmluft auf den Kaltluft“berg“ gab es meist vom Norden bis zur Mitte des Landes immer wieder Schneefälle aber auch gefrierenden Regen mit entsprechenden Glätteerscheinungen und Behinderungen auf Straße, Schiene oder an den Flughäfen, wie in Frankfurt/Main oder am BER bei Berlin, wo der Flugverkehr zeitweise eingestellt wurde. Vor hoher Glättegefahr durch gefrierenden Regen warnte der Deutsche Wetterdienst am 05.02.2026 im Osten Deutschlands.

Erst gegen das sich anschließend über Skandinavien formierende Hoch „Emmeram“ hatten die Tiefdruckgebiete „Stephie“, „Tamara“ und „Ulrike“ eine Chance, sodass zumindest im Berliner Raum nach der ersten Kältewelle mit Tiefstwerten von bis zu -12,0 °C am 12.01.2026 nun auch die zweite Kältewelle mit bis zu -9,2 °C am 02.02.2026 beendet wurde und sogar die Nächte hier vom 07. bis 13.02.2026 weitgehend frostfrei blieben und sich mit Hoch „Felix“ wieder Sonnenschein durchsetzte.
Wer dachte, der Winter wäre damit zu Ende, hat die Rechnung ohne das Tiefdruckgebiet „Wally“ gemacht.

Dieses Tief beeinflusste mit diversen Kernen vom 15. bis 18.02.2026 das Wetter in Europa und brachte noch einmal Schnee auch nach Deutschland. Behinderungen gab es zuerst in Baden-Württemberg und Bayern, am Rosenmontag kamen Regen, teils auch Schneeschauer und Schneefälle von der Nordsee bis zur Donau, die in den rheinischen Fastnachtshochburgen die Stimmung dämpften. Zuletzt waren es die Gebiete von Schleswig-Holstein bis in den Bayerischen Wald, die von Glätte auslösenden Niederschlägen betroffen waren.
In Berlin-Dahlem waren es noch einmal 3 cm Schnee, was dem höchsten Wert in diesem Februar dort entspricht. Die höchsten Neuschneemengen im Bereich des Tiefdrucksystems „Wally“ gab es vom Emsland bis zum Bayerischen Wald.

Tief „Wally“ leitete aber auch einen Wetterwechsel ein. Durchgreifendes Tauwetter bis in die letzte im Tiefland von Schnee bedeckte Region im Nordosten Deutschlands setzte sich ab dem 21.02.2026 durch. In rascher Folge lenkten letztlich die Tiefdruckgebiete „Xira“, „Zantina“ und „Alina“ deutlich milde Luft auch nach Mecklenburg-Vorpommern. Am Morgen lag am Ostseestrand jedoch noch Schnee.

10 Tage später aber ist der Frühling mit Temperaturen um 15°C auch im Nordosten Deutschlands angekommen.

Bilanz des Winters 2025/2026 in Deutschland: Glatteis bestimmte viele Tage das Bild auf den Straßen, vor allem auf den Fußwegen. Die Beobachtungen in Berlin-Dahlem ergeben 20 Glatteistage, 15 mehr als m Durchschnitt 1991-2020, 14 mehr sind es, wenn man 1961-1990 als Normalperiode zugrunde legt.
Gerade im Norden Deutschlands gab es auch überdurchschnittlich viele Schneedeckentage (Schneehöhe mindestens 1 cm). Berlin-Dahlem wies damit 3 mehr auf als im Durchschnitt 1991-2020, 7 mehr, wenn man 1961-1990 als Normalperiode zugrunde legt.

im Winter 2025/2026
(Daten: Deutscher Wetterdienst, www.mtwetter.de)
Unterstützung bei glättebedingten Schadenfällen
Gefrierender Regen, Schnee und damit verbundene Glätte hat in diesem Winter mehrmals den Verkehr behindert und war Auslöser für Schäden. Bei glättebedingten Schäden aber auch wetterbedingten Schäden durch Starkregen, Sturm, Blitz oder Hagel in Deutschland und im Ausland unterstützt MeteoIQ Versicherungsunternehmen und Versicherungsmakler bei der Deckungsprüfung.
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