Leuchtende Nachtwolken zwischen Schafskälte und Hochsommer

Das Wetter in Deutschland war in der ersten Junihälfte und damit in den ersten 15 Tagen des meteorologischen Sommers 2026 größtenteils von Kaltluft geprägt, die von Nordwesten und damit über die Nordsee nach Mitteleuropa strömte. Hiermit einher gingen häufige Schauer, teils auch Gewitter, und meist ein kräftiger, vielfach böiger Wind aus West bis Nord.

Mitteltemperatur der ersten Junihälfte 2026 (Quelle: MeteoIQ GmbH)

Mit Werten um 15 °C war der Monat bisher im Tiefland um 0,5 K zu kalt, in den höheren Lagen der Mittelgebirge beträgt die negative Abweichung zum 30jährigen Mittel 1991-2020 auch mehr als 1,5 K.

Niederschlagssumme in der ersten Junihälfte 2026 (Quelle: MeteoIQ GmbH)

Durch meist in Form von Schauern fallende Niederschläge gibt es lokal große Unterschiede in der aufsummierten Menge für die erste Junihälfte. Der Schwerpunkt aber ist im Alpenraum und in den Mittelgebirgen zu finden, vor allem jedoch nordwestlich einer Linie Kölner Bucht – Usedom. Um 100 l/m2 wurden teilweise in den letzten 15 Tagen im Nordwesten Deutschlands registriert, regional ist dort bereits die mittlere Menge des gesamten Monats Juni gefallen.

War die Hitze des Sommers bisher auf den Südwesten Europas beschränkt geblieben, so stellt sich nun die Wetterlage um, und zum Beginn der zweiten Junihälfte rollt eine Hitzewelle auf Deutschland zu. Zwischen dem Hochdruckgebiet „Falk“ und den sich vor der Westküste Europas aufreihenden Tiefduckgebieten wird aus Richtung der Iberischen Halbinsel die Heiße Luft nach Deutschland gelenkt.

Vorhersagekarte für die Bodendruckverteilung vom 17.06.2026, 00 UTC, für den 18.06.2026, 12 UTC (Quelle Aktion Wetterpate)

Der Lauf des ICON-D2-Modells vom 17.06.2026, 12 UTC, zeigt für Donnerstag bereits Höchsttemperaturen nahezu überall über 28°C, an Rhein, Main und Neckar sogar über 32°C mit Steigerung bis auf 38°C, noch am 14.06.2026 wurden 10 K weniger erreicht, ein rasanter Temperaturanstieg also.

Vorhersage des ICON-D2-Modells vom 17.06.2026, 12 UTC, der Höchsttemperatur für Donnerstag, 18.06.2026 (Quelle: MeteoIQ GmbH)
Höchsttemperatur am 14.06.2026 (Quellle: MeteoIQ GmbH)

18 °C als Höchsttemperatur im Norddeutschen Tiefland war zuletzt schon viel im Vergleich zu den Tagen davor, eine Steigerung auf 28 °C und mehr in nur 4 Tagen ist recht ungewöhnlich.

Den Übergang von der Schafskälte zu der hochsommerlichen Hitzeperiode zieren in den unter Hochdruckeinfluss klaren Nächten aktuell Leuchtende Nachtwolken am Himmel. Vereinfacht beschrieben sind es Eisablagerungen, die in der Mesosphäre nach Sonnenuntergang von der Sonne angestrahlt werden und dadurch im dunklen Nachthimmel silbern leuchten. Voraussetzung für die in 81 bis 85 km Höhe auftretenden Wolken sind Kondensationskerne, wie sie durch Vulkanausbrüche aber auch beim Verglühen von Meteoren in dieser Höhe auftreten können. Hinzu kommt, dass sehr niedrige Temperaturen (um -140 °C) für die Bildung von Eiskristallen in der sonst sehr trockenen Mesosphöre notwendig sind. Diese reflektieren dann die Sonnenstrahlen, wenn die Sonne zwischen 6° und 16° unter dem Horizont steht.

Blick vom Wetterturm auf dem Fichtenberg in Berlin-Steglitz Richtung Nordnordost, 16.06.2026, 22 UTC (Quelle: Webcam Berlin-Dahlem)

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