Das Pfingstwochenende 2026 als auch der Tag danach gestaltete sich wettertechnisch in Deutschland aber auch in anderen Regionen Mittel- und Westeuropas sehr sommerlich.
Fast überall im Land wurde zwischen dem 23. und 26.05.2026 die 30 °C-Marke, ab der ein Tag als Heißer Tag zählt, überschritten.

Dabei fielen vielerorts die bis dato geltenden Tagesrekorde der Temperatur für Ende Mai. Regensburg z.B. meldete am 27.05.2026 den fünften Tag in Folge eine Höchsttemperatur über 30 °C.

An diesen Tagen lagen die jeweiligen Maxima immer über den bisher in der seit 1879 bestehenden Regensburger Messreihe aufgetretenen Tageshöchstwerten. Gleichzeitig wurde mit 34,0 °C am 26.05.2026 auch der bisherige Monatsrekord von 32,7 °C vom 29.05.2005 eingestellt.

Verantwortlich für die Hitzeperiode ist eine Abfolge von Hochdruckgebieten („Zeno“, „Alexander“ und nun „Boris“), die unter einem stabilen Höhenhoch für absinkende Luft und damit Wolkenarmut bzw. viel Sonnenschein im Bereich des astronomisch Möglichen über 15 Stunden sorgen.

Sonnenschein vor Ort allein hätte jedoch nicht unbedingt gereicht, die Luft derart zu erwärmen. Das Hochdruckgebiet in der Höhe (hier im 500 hPa-Niveau) blockiert wie ein Berg die Strömung in etwas über 5,5 km Höhe und lenkt die Strömung so, dass die Luft wie um den griechischen Buchstaben Omega herum von der Iberischen Halbinsel her nach Mittel- und Westeuropa geführt wird.

Nicht nur in Deutschland, auch weiter im Westen Europas gab es somit teils große Hitze um Pfingsten. Neue Rekorde für den Mai wurden z.B. aus England, d.h. an der Westflanke des Hochdruckgebietes „Alexander“ bzw. des Höhenhochs gemeldet. Dort, wo die Warmluft direkt von der Iberischen Halbinsel her fließt, wurde z.B. im Botanischen Garten London (Kew Gardens) am 25.05.2026 34,8°C registriert, und damit 2 K mehr als 1922 und 1944. Bereits am 26.05. wurde dieser Rekord wieder übertroffen mit einem Maximum dort von 35,1°C.

In Berlin-Dahlem wurde die 30 °C-Marke nicht erreicht (Maximum am 26.05.2026: 28,9 °C) und im Osten Berlins mit 29,6 °C nur knapp verfehlt. Dennoch zeigen die Messungen des Berliner Luftgütemessnetzes seit Beginn der letzten Maidekade einen Anstieg der Ozonkonzentration, kurzzeitig gestoppt durch einen Luftmassenwechsel im Verlauf des 25.05.2026.

Der Grenzwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter, ab dem Informationen der Öffentlichkeit erforderlich werden, wurde mit Maximalwerten von 130 bis 140 Mikrogramm pro Kubikmeter, gemessen in den Stadtrandgebieten, bis Pfingstsonntag nicht erreicht. Am Pfingstmontag lagen die mittäglichen Höchstwerte durch einen Luftmassenwechsel 20 bis 30 Mikrogramm pro Kubikmeter niedriger als am Vortag. Am Tag danach stiegen die Ozonkonzentrationen wieder etwas an.
Deutschlandweit traten am 26.05.2026 regional erhöhte Werte auf. Das Umweltbundesamt gibt an, dass an drei Stationen die Informationsschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten wurde. Es waren maximal 192 Mikrogramm pro Kubikmeter in Krefeld-Linn, 193 Mikrogramm pro Kubikmeter in Dusiburg-Walsum und 229 Mikrogramm pro Kubikmeter in Hürth.

(Quelle: Umweltbundesamt)
Das Hochdruckgebiet „Boris“ breitete sich am 27.05.2026 im Gegensatz zu seinen Vorgängern nun von der Nordsee her nach Deutschland aus, sodass zwischen diesem und dem Tief „Kaja“ kühlere Luft als zuvor aus Norden südwärts floss.

Dieser Luftmassenwechsel lässt sich auch gleich an der sinkenden Ozonkonzentration ablesen.

Aus meteorologischer Sicht beginnt der Sommer am 01. Juni. Der einfacheren statistischen Auswertungen wegen, wird das Jahr in vier dreimonatige Abschnitte eingeteilt. Astronomisch beginnt der Sommer 2026 am 21. Juni, 10:24 Uhr MESZ. Wie oft das Thema Ozon uns dann noch beschäftigen wird, wird sich zeigen.
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