In Mittel- und Südeuropa war der Juli 2026 im Vergleich zu den aktuell gültigen Normalwerten, die auf den 30 Jahren 1991 bis 2020 beruhen, zu trocken und zu warm bei überdurchschnittlich viel Sonnenschein.
Deutschland

Der Juli 2026 war in Deutschland mit einer Mitteltemperatur von 19,5°C um 1,2 K zu warm. Er brachte im Flächenmittel gerade einmal 43,7 l/m2 Niederschlag, was nur der Hälfte dessen entspricht, was normal wäre, und war hinsichtlich der Menge der dritttrockenste des Jahres bisher nach April und März. Die Sonne schien 274,9 Stunden und damit 22 % mehr als normal.
In der Jahressumme des Niederschlags ergibt sich bisher ein Defizit von knapp 100 l/m2. Seit März war jeder Monat zu trocken, wenn auch im Mai nur wenig am Soll fehlte (< 1%).

aufsummiert im Vergleich zu den Normalwerten 1991-2020
(Datenquelle: Deutscher Wetterdienst)
Bei allen drei Parametern sticht der Südwesten heraus, hohe Temperaturwerte, sehr wenig Niederschlag und viel Sonnenschein, das kennzeichnet den Juli 2026 vor allem in Rheinland-Pfalz, Hessen, Teilen Baden-Württembergs und Nordrhein-Westfalens und im Saarland.

Diese, die Verdunstung antreibende Kombination hat zuerst Auswirkungen auf die Bodenfeuchte, die nach Abschluss des Monats Juli vom Westen Nordrhein-Westfalens bis in die Mitte Bayerns für Gras auf lehmigem Sand verbreitet Werte unter 20 % nFK aufweist (nFK = nutzbare Feldkapazität, berechnet mit dem Modell AMBAV). Als weitere Folge wirkt sich der fehlende Niederschlag auf die Wasserstände von Flüssen, Bächen und Seen aus.

berechnet mit dem Modell AMBAV
(Quelle: Deutscher Wetterdienst)
Mittel- und Südeuropa
Weite Teile Mittel- und Südeuropas wiesen bereits im Winter 2025/2026 und im Frühling 2026 unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen in den zentralen europäischen Flusseinzugsgebieten auf. Dieses setzte sich in den Sommermonaten Juni und Juli drastisch for.


(Quelle: Deutscher Wetterdienst, Erläuterung zu den Karten)

(Quelle: Deutscher Wetterdienst, Erläuterung zu den Karten)
So sind für den Rhein bereits die unterdurchschnittlichen Winterniederschläge in den Schweizer Alpen prägend, wo normalerweise in der kalten Jahreszeit der Niederschlag in fester Form zwischengespeichert wird.
Für die Donau sind es die im Frühjahr fehlenden Niederschläge in den 14 in die Donau entwässernden Staaten: Deutschland, Österreich, Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Ungarn, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Serbien, Bulgarien, Rumänien, die Republik Moldau und die Ukraine. Dabei ist die Niederschlagsmenge gerade im vergangenen Juli im Südosten Europas im Vergleich zum Normalwert 1991 – 2020 zu gering gewesen.
Vor allem in Ungarn fielen im Juli im Flächendurchschnitt kaum 20 l/m2. In der Großen Tiefebene war es der trockenste Juli seit Beginn der Aufzeichnugen 1901.
Niedrigwasser als Folge belastet die Schifffahrt
Betrachtet man den Standardisierten Niederschlagsindex (Standardized Precipitation Index, SPI) als einen der gebräuchlichsten klimatologischen Niederschlagsindizes zur Identifikation von Niederschlagsüberschüssen und -defiziten (Dürren) für die deutschen Flusseinzugsgebiete, so wird deutlich, dass die geringen Niederschlagsmengen der ersten sechs Monate des Jahres zu einem deutlichen Defizit zunächst im Donaueinzugsgebiet geführt haben. Nimmt man den Juli allein, so hat sich der Schwerpunkt des Niederschlagsdefizits in das Rheineinzugsgebiet sowie in Teile des Weser- und Emseinzugsgebietes verschoben. Auch im Einzugsgebiet der Elbe war der SPI in diesem Jahr zum großen Teil negativ.

(Quelle: An Niwis (Niedrigwasserinformationssystem) beteiligte Behörden/Institutionen)
In dem Ende Juni veröffentlichten Niedrigwasser-Bericht der Bundesanstalt für Gewässerkunde stand noch die Elbe im Fokus, deren Wasserstand am Pegel Magdeburg bereits den mittleren jährlichen Niederigwasserstand (MNW, hydrologischer Hauptwert) erreicht hatte.

(Maxau/(Ober-)Rhein, Duisburg-Ruhrort/(Nieder-)Rhein, Hofkirchen/Donau, Vlotho/Weser, Magdeburg-Strombrücke/Elbe
sowie Hohensaaten-Finow/Oder)
vor dem Hintergrund der Unterschreitung der jeweiligen MNW (mittlere Niedrigwasserstände) (Daten: WSV, Quelle: BfG).
In dem Bericht wird bei anhaltender Trockenheit auf eine sich verschärfende Niedrigwasserlage an den deutschen Flüssen für den Juli hingewiesen.

Rhein
Führt man die beiden Rheinpegel aus der obigen Abbildung im Juli fort, so weisen die Wasserstände einen weiteren Abwärtstrend weit unter den mittleren Wasserstand (MW) auf. Am Pegel Duisburg-Ruhrort wurde am Monatsende der bisher niedrigste bekannte Wasserstand (NNW) von 153 cm (über Pegelnullpunkt) vom 23.10.2018 erreicht.

Die von der Bundesanstalt für Gewässerkunde zweimal pro Woche auf der Basis von Niederschlagsvorhersageszenarien erstellten 6-Wochenvorhersagen für ausgewählte Rheinpegel lassen auf nur wenig Entspannung der Situation in naher Zukunft schließen.

(Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde)





Donau
Im deutschen Teil der Donau steuerte der Wasserstand im Juli z.B. am Pegel Hofkirchen auf den bisher dort gemessenen Tiefstwert zu (NNW = 155 cm am 22.08.2022) und erreichte am 30.07.2026 mit 147 cm bis Monatsende ein neues Minimum.

Dürnstein in Österreich weist Ende Juli der Pegel einen Wasserstand von 286 cm auf, hier gilt ein Regulierungs-Niedrigwasserstand (RNW) von 258 cm.

Auch donauabwärts sind die Wasserstände im Juli in einem Maße gesunken, dass die Schiffahrt Probleme bekam. Vor allem die Frachtschifffahrt ist betroffen durch die verringerte Ladung. Hinzu kamen weitere Probleme und Besonderheiten.

Atomkraftwerke in Ungarn und Rumänien z.B. können nicht ausreichend Kühlwasser aus der Donau ziehen und mussten teilweise abgeschaltet werden. Kreuzfahrtschiffe können nicht überall anlegen, bzw. müssen Fahrten unterbrechen oder beenden. In den austrocknenden Flussbetten finden sich Relikte aus dem zweiten Weltkrieg, neben toten Soldaten auch Schiffswracks oder Munition.
Ein Ende der niederschlagsarmen Witterung war Ende Juli für den Sommer 2026 noch nicht abzusehen.
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