Erst Hitze, dann Regen, Blitz, Donner und Sturmböen

Ende Juli 2026 stellte sich eine Wetterlage ein, die der Ende Juni mit ihren Rekordtemperaturen ähnelte und die auch jetzt hohe Temperaturen mit sich brachte. Damit ist das eingetreten, was für das Jahr 2019 bereits beschrieben wurde. Einer Hitzewelle Ende Juni folgt ein weiterer Hitzehöhepunkt Ende Juli.

500 hPa-Karte, 00 UTC, 26.06. und 30.07.2026 (Quelle: Berliner Wetterkarte e.V.)

In beiden Fällen schob sich ein Höhenhochkeil von Nordafrika nordwärts und lenkte an seinem Westrand die heiße Luft, in der im Südwesten Europas bereits in den Tagen zuvor Temperaturen von 35 bis über 40°C gemessen wurden, Richtung Deutschland.

Bodenwetterkarte, 00 UTC, 26.06. und 30.06.2026 (Quelle: Berliner Wetterkarte e.V.)

Ein entscheidender Unterschied aber zeigt sich in den Bodenwetterkarten zwischen Ende Juni und Ende Juli. Über Frankreich hatte sich eine Zone tiefen Luftdrucks entwickelt mit dem Tief „Gudrun“ und das Hoch „Olaf“ lag weiter im Osten als das Hoch „Hartmut“ Ende Juni. Zwischen beiden, d.h. vor der in dem Trog liegenden Konvergenzlinie, führte der Zustrom der heißen Luft zu einem raschen Anstieg der Temperatur fast flächendeckend vom Oberrhein bis an die Ostsee auf Werte von 35 °C bis teils über 40 °C.

Der wärmste Ort war Bernburg/Saale, wo von einem nächtlichen Tiefstwert von 16,0 °C die Temperatur am 30.07.2026 um fast 25 K bis auf einen Höchstwert von 40,5 °C anstieg. Dieses war zwar ein neuer Julirekord , doch lag dieser Wert noch 0,4 K unter dem erst am 27.06.2026 aufgestellten Rekord seit 1898.

Die 20 wärmsten Orte am 30.07.2026 und Verlauf der Temperatur vom 22.07. bis 31.07.2026 (Quelle: MeteoIQ GmbH)

Mit der Konvergenz und dem daran liegenden Tief „Gudrun“ waren nicht nur hohe Temperaturen verbunden. Es gab kräftige konvektive Entwicklungen, wie die Meteosat-Bildfolge vom 30.07.2026 zeigt. Von Frankreich her zog das Wolkensystem ab dem Vormittag Richtung Nordosten.

Meteosat-Bild-Loop vom 30.07.2026 (Quelle: Berliner Wetterkarte e.V.)

Dabei traten Sturmböen der Stärke 10 Beaufort auf – Faßberg in der Lüneburger Heide vermeldete 148 km/h (Orkanstärke 12 Beaufort) als Spitzenböe – und das System brachte teils den überall ersehnten Niederschlag , wenn auch nur lokal ergiebig.
Schwerpunkt war Niedersachsen, wo zwischen Weserbergland und Lüneburger Heide bei kräftigen Gewitterschauern sogar mehr als 20 l/m2 fielen. Nordwestlich von Hannover meldete Wunstorf 27,3 l/m2, Lachendorf östlich von Celle 28,8 l/m2 bei starken Gewittern vor allem am späten Abend.

Starkregen-, Blitz- und Sturmanalyse für den 30.07.2026 (Quelle: MeteoArchiv)

Nach kurzem Rückgang der Temperatur bahnen sich zu Beginn der ersten Augustwoche die nächsten Heißen Tage an.

Höchsttemperatur, Vorhersage des ICON-Modells, ausgehend vom 31.07.2026, 12 UTC, +24 h, +48 h, +72 h, +96 h
(Quelle: MeteoIQ GmbH)

Zumindest in einigen Regionen Deutschlands wird es bis zum 04.08.2026 doch auch etwas Niederschlag geben.

96-stündige Niederschlagssumme, ICON-Modellvorhersage vom 31.07.2026, 12 UTC bis zum 04.08.2026, 12 UTC (Quelle: MeteoIQ GmbH)

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