Eindrucksvoll erstreckte sich am 19.08.2026 eine breite Zone vom Westen Deutschlands über die Mitte bis in den Osten, in der entlang der Zugbahn des Wellentiefs „Olivia“ heftige Wettererscheinungen auftraten.


Das verantwortliche Tiefdruckgebiet „Olivia“ lag um 18 UTC über der Mitte Deutschlands, es war als Wellentief an den Ausläufern des Tiefs „Nora“ am Vortag über den Nordatlantik entstanden.

An der Luftmassengrenze zwischen kalter Luft über Norddeutschland, die hinter der Kaltfront des Tiefs „Nora II“ eingeströmt war, und warmer Luft über Süddeutschland konnte es zu kräftigen Windscherungen kommen, die Auslöser für kräftige Schauer und Gewitter waren. Über 30 l/m2 kamen zwischen dem Naturpark Nordeifel und dem Naturpark Saale-Unstrut-Triasland zusammen, 36 l/m2 waren es in Neuenstein-Mühlbach im hessischen Knüllgebirge.

In demselben Streifen wurden auch die höchsten Windgeschwindigkeiten gemessen, 107 km/h, d.h. Windstärke 11 Beaufort, war die Spitzenböe auf der Wasserkuppe in der Rhön.

In Teilen von Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordbayern und Thüringen aber auch in Sachsen, und hier vor allem entlang des Erzgebirges, sorgten die schweren Sturmböen für umstürzende Bäume, abgedeckte Dächer und vollgelaufene Keller. Vereinzelt wird von Tornados berichtet, die eine Schneise der Verwüstung hinterlassen haben.
In der Liste der gemeldeten Tornados in Deutschland wird u.a. Höhr-Grenzhausen im Westerwald nördlich von Koblenz aufgeführt, wo besonders schwere Schäden zu verzeichnen waren. Einen Tornado gab es auch in Fürstenwalde/Spree, im Osten Brandenburgs. Hier war nicht die Luftmassengrenze und das Wellentief „Olivia“ der Auslöser, hier waren es in der hinter dem Tief „Nora II“ einfliessenden Kaltluft lokale Schauer, die vom Radarbild her zur Zeit des Tornados gegen 17:15 Uhr MESZ eher unspektakulär aussahen. Nur in der Sturmfeldanalyse (siehe oben) sind die heftigen Sturmböen südöstlich von Berlin erkennbar.

Auch weiterhin sorgt Tiefdruckeinfluss für Schauer und teils Gewitter mit heftigen Böen. Vor allem am Alpenrand werden die stärksten Niederschläge bis Sonnabend erwartet.

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